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Donnerstag, 12.12.2019

Arqus: Neue Netzwerke

Rektor Martin Polaschek ist als Teil des Rectors' Council für die generelle Strategie sowie für die unmittelbaren und auch langfristigen Ziele der Hochschul-Allianz verantwortlich. Foto: Uni Graz/Eisenberger. ©© Harald Eisenberger

Rektor Martin Polaschek ist als Teil des Rectors' Council für die generelle Strategie sowie für die unmittelbaren und auch langfristigen Ziele der Hochschul-Allianz verantwortlich. Foto: Uni Graz/Eisenberger.

Rektor Martin Polaschek zu den Zielen und Vorteilen der Hochschul-Allianz

Die Arqus-Allianz – ein Zusammenschluss der Universitäten Bergen, Granada, Graz, Leipzig, Lyon, Padua und Vilnius – ist auf mehreren, so genannten „Aktionsschienen“, auf Englisch „Action Lines“ (AL) aufgebaut. Zwei davon, die Action Lines 1 und 8, betreffen organisatorische und strukturelle Dinge, während die Action Lines 2 bis 7 sich verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten widmen. >> Mehr zu Arqus


Heute im Fokus:
Rektor Martin Polaschek im Interview mit Gerhild Leljak über die Chancen, Ziele und Vorteile der Arqus-Allianz

GL: Die Universität Graz ist wieder einmal Pionierin: Als eine von nur zwei österreichischen Hochschulen nimmt sie an einer der 17 von der EU geförderten Universitäts-Allianzen teil.  Wie bewerten Sie unsere Mitgliedschaft in Arqus?

MP: Das ist eine sehr große Chance für die Universität Graz, eine neue Art der internationalen Zusammenarbeit mitzugestalten und darüber einerseits bestehende Kooperationen zu vertiefen, und andererseits auch neue Themenfelder für uns zu erschließen. Wir haben die Antragsstellung im Haus eingehend vorbesprochen und freuen uns natürlich sehr, dass wir den Zuschlag erhalten haben. Jetzt geht es darum, die Allianz mit Leben zu erfüllen und den ambitionierten Plan für die kommenden drei Jahre in die Tat umzusetzen.

GL: Wie würden Sie die Besonderheit der Zusammenarbeit in Arqus beschreiben? In der internationalen Forschung und auch in der Lehre gibt es ja schon regen Austausch?

MP: Arqus bietet Möglichkeiten, die über den Status Quo hinausgehen. Es sind zum Beispiel Lehrveranstaltungen angedacht, die sich abseits eines klassischen Joint Degree Programms bewegen. Unsere jungen ForscherInnen können mit einem Schlag das Know-how und verschiedene Ressourcen von sechs universitären und regionalen Netzwerken nutzen. Und auch Mobilität und Kommunikation können durch Arqus eine neue Dimension erfahren. Mit unseren sechs Partner-Universitäten soll ein enger Kontakt aufgebaut werden, der gewisse Abläufe enorm vereinfachen wird.

GL: Sehen Sie Arqus auch als Modell mit Vorbildwirkung für Europas Bildungslandschaft?

MP: Absolut. Die Vision von Arqus – einen gemeinsamen Hochschulraum zu schaffen, in dem wir uns nicht nur ab und zu austauschen, sondern regelmäßig und proaktiv unterstützen, um Entwicklungen zusammen vorantreiben – ist definitiv ein Musterbeispiel, wie wir in Europa insgesamt miteinander umgehen sollten. Den europäischen Gedanken zu stärken und unseren jungen BürgerInnen die Prinzipien von respektvollem Miteinander, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Menschenrechten zu vermitteln, halte ich für ein ganz wesentliches und enorm wichtiges Ziel der European University Alliance.

GL: Die Universität Graz koordiniert die Action Line 6, die sich auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses konzentriert. Warum haben wir gerade hier den Lead übernommen?

MP: Junge ForscherInnen bestmöglich zu unterstützen, ist der Universität Graz ein großes Anliegen, weshalb es seit Langem gezielte Förderschienen sowie eine umfassende Begleitung für DoktorandInnen gibt. Hier haben wir also spezielles Know-how und reiche Erfahrung. Aber auch in anderen Bereichen, etwa auf dem Gebiet der Hochschuldidaktik, bei der Nutzung von neuen Technologien oder hinsichtlich Entrepreneurship, gibt es bei uns im Haus viel Engagement und Kompetenzen. Indem wir dieses Wissen unseren Partnerinnen zur Verfügung stellen, wird Graz international sichtbarer, wovon unser gesamter Standort immens profitiert. Die Steiermark ist schon jetzt eine der forschungsstärksten Regionen Europas und kann dadurch nur noch mehr profitieren. Ich bin deshalb überzeugt davon, dass Arqus in den nächsten Jahren auch einen positiven Effekt auf die Regionen der beteiligten Universitäten haben wird.

Erstellt von Gerhild Leljak

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